34 Kilo Zucker verschlecken wir Bundesbürger und -bürgerinnen so pro Jahr. Das ist viel zu viel, sagt die Weltgesundheitsorganisation. Vor gut 150 Jahren waren es noch sechs Kilo pro Nase oder besser Mund, die verputzt wurden. Dann begann die industrialisierte Zuckerproduktion und der bis dahin teure Zucker wurde plötzlich auch für breite Bevölkerungsschichten erschwinglich. Damals war Zucker etwas für die Reichen, heute essen gerade die Menschen, die nicht so viel Geld haben, ungesunde, überzuckerte Lebensmittel.

Angesichts der starken Zunahme von Übergewicht in Deutschland – 18 Prozent der Elf- bis 17-Jährigen sind übergewichtig oder gar adipös – fordert der Vorstandsvorsitzende desAOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, von Politik und Lebensmittelindustrie deutlich mehr Anstrengungen zur wirksamen Zuckerreduktion: „Wir brauchen einfach mehr Transparenz über versteckten Zucker. Um angemessene Ernährungsentscheidungen treffen zu können, müssen Eltern abschätzen können, wie viel Zucker in Essen und Getränken enthalten ist. Aber die Lebensmittelindustrie sträubt sich seit Jahren gegen eine laienverständliche Lebensmittelkennzeichnung.“ Unterdessen verarbeite sie weiter unnötig viel Zucker in den Produkten und werbe flächendeckend mit gezieltem Kindermarketing.
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